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Die Stadt

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Bruneck historisch

Bruneck historischIm Jahre 1091 verlieh Kaiser Heinrich IV. dem Brixner Bischof Altwin eine Grafschaft im Pustertal. Diese umfasste das Gebiet vom Gsieserbach bis zur Mühlbacher Klause und die in dem Tal einmündenden Seitentäler. Der Bischof wurde somit Lehensmann des Kaisers und weltlicher Herr des Landes, in dem er bereits zahlreiche Besitzungen hatte. Um diese zu schützen, begann Bischof Bruno von Kirchberg um die Mitte des 13. Jahrhunderts mit dem Bau eines Schlosses auf einem Hügel oberhalb der Ortschaft Ragen und legte den Grundstein für die spätere Stadt Bruneck. Schon bald wurde diese, die wie das Schloss den Namen des Gründers trägt, Sitz der bischöflichen Verwaltung, die bisher im Dorfe Aufhofen lag. Am 23. Februar 1256 wurde die erste Urkunde ausgestellt, in der der Name Bruneck aufscheint.

Bruneck historischDie Stadt bestand aus zwei Häuserreihen, die sich eng an den Schlossberg schmiegten und eine Gasse bildeten; zum mittleren Tor führte ein ganz schmaler Zugang. Im Westen dehnte sich ein großer Platz aus, der "Ballplatz", auf dem die durch die Stadt geführten Waren gelagert, gewogen und auch verzollt wurden. Unter Bischof Albert von Enn (1324 - 36) wurden die Ringmauern und der Stadtgraben vollendet. Bruneck wird bereits als Stadt genannt. Schon sehr bald wurden außerhalb des östlichen Tores Häuserreihen erbaut, die bis zu einer kleinen Frauenkirche, an der Stelle der heutigen Pfarrkirche, führten.

Die erste Kirche innerhalb der Stadtmauern - zunächst nur eine kleine Kapelle - wurde vom Brunecker Bürger Niklas Stuck auf dem Raine unterhalb des Schlosses erbaut. Dessen Bruder Heinrich stiftete 1358 das Spital, das in den folgenden Jahren erbaut wurde.

Schon bald erhielt die Stadt die Freiheit des Wochenmarktes und die Hohe Gerichtsbarkeit. Als Vertreter des Bischofs saß ein Schlosshauptmann auf der Burg.

Im beginnenden 15. Jahrhundert wurde am Westende der Stadt die "Neukirche" erbaut, heute Klosterkirche der Ursulinen.

Bruneck historischIm 14. und 15. Jahrhundert entwickelte sich ein ganz starker Fernhandel von Augsburg nach Venedig. Ein großer Teil dieser Waren wurde durch das Pustertal geführt und in Bruneck auf dem Ballplatz oft für längere Zeit gelagert, wodurch die Stadt bald zu einem gewissen Wohlstand gelangte. In dieser Zeit entstand auch die Pustertaler Malschule, zu deren Gründern der Maler Hans von Bruneck gehörte. Aus dieser Schule gingen letzten Endes auch die großen Meister Michael und Friedrich Pacher hervor. Die Werkstätte Michael Pachers in Bruneck wurde zu einer der berühmtesten Einrichtungen im gesamten Alpenraum.

Im Jahre 1500 wurde das Pustertal aufgrund eines Erbvertrages zwischen dem Hause Habsburg und den Grafen von Görz-Tirol wieder mit dem Land Tirol vereint; die Stadt Bruneck blieb weiterhin bischöflicher Besitz.

Bereits 1609 wurde ein "ordinari Postbote" durch das Pustertal eingeführt, der erste Postwagendienst lief ab dem Jahre 1754.

1610 wird die Stadt Bruneck, die Bisher der Pfarre St. Lorenzen unterstand, eine eigene Pfarrei. Als erster Pfarrer scheint 1613 Johann Herlin auf.

Der Orden der Kapuziner kam 1626 nach Bruneck und erbaute sich am "Spitalangerle" ein Kloster; seither wirken die Patres segensreich in der Stadt und in der Umgebung.

Bruneck historischAm 11. April des Jahres 1723 brach in Oberragen unweit der Pfarrkirche ein Feuer aus, das durch den starken Ostwind bald den Großteil der Stadt erfasst hatte und weitgehend vernichtete. Es war dies die schwerste Katastrophe der ganzen Stadtgeschichte.
1741 kam der Orden der Ursulinen in die Stadt und wirkt seitdem sehr erfolgreich in der Schulung und Erziehung von Mädchen.

Während der lange andauernden Napoleonischen Kriege erlitt die Stadt zwar keinen materiellen Schaden, kam aber als Marschstation und wegen der jahrelangen Einquartierung und Versorgung von Soldaten und Schützen in schwere Schulden, an denen sie jahrzehntelang zu tragen hatte.

Im ersten Weltkrieg blieb die Stadt von Feindeinwirkung verschont, im zweiten fielen öfters Bomben, die Menschenleben kosteten und schweren Schaden verursachten.

Bruneck historischIn den folgenden Jahrzehnten erfuhr die Stadt eine große Ausdehnung und einen starken Bevölkerungszuwachs, dies nicht zuletzt durch die Einrichtung von Industriezonen, von neuen Handwerksbetrieben, Kaufhäusern und dem damit zusammenhängenden Wohnbau. Der Fremdenverkehr nahm einen starken Aufschwung und hatte zur Folge, dass zahlreiche neue Gastbetriebe aller Art entstanden.

Von der öffentlichen Hand wurden soziale, kulturelle und sportliche Einrichtungen in großer Zahl erbaut.

Die Stadt, die 1981 noch 6.578 Einwohner zählte, hat inzwischen die Zahl von 14.300 überschritten.